} Riiblatt

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Freitag, 1. Juni 2007 Rhiiblatt 5

Paradiesli

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen: das Paradiesli
in Versam-Arezen.

Neues Reitviereck

Vor kurzem wurde ein Reitviereck realisiert (im Hintergrund rechts
das Paradiesli).

V E R S A M - A R E Z E N : « PA R A D I E S L I »
Wo Kinder und Tiere Könige sind
Fast zuoberst in Versam-
Arezen, wo sich Fuchs und
Hase gute Nacht sagen,
liegt das Zuhause von Sylvia
Blattner. Trotz Abge-
schiedenheit wird der Mut-
ter, Hausfrau, Reittrainerin,
Lagerleiterin und «Rhiiblatt
»-Korrespondentin nicht
so schnell langweilig.

• Von Monika Degiacomi

Paradiesli heisst das Anwesen,
welches Sylvia Blattner zusam-
men mit ihrem siebenjährigen
Sohn Attila, einer Handvoll Kat-
zen, einem Hund und fünf Pferden
den

bewohnt. Hier oben, hoch über Ver-
sam auf rund 1100 Metern über
Meer, ist es tatsächlich paradie-
sisch schön. «Unterländer geraten
ob der grandiosen Aussicht und fri-
schen Luft ins Schwärmen», weiss
Sylvia Blattner. Sie öffnet ihr wun-
derbares Haus nämlich auch für
Fremde: als Ferien- und Lager-
möglichkeit für Kinder. Ob über
Ostern, im Sommer oder Silvester:
Wann immer Kinder schulfrei ha-
ben, nimmt sie eine Schar Mäd-
chen und Buben auf, unterhält und
bewirtet sie. In fünf Zimmern kann
sie bis zu 15 Personen beherbergen,
im Massenlager haben gar noch
mehr Platz. Und manch ein Allein-
erziehender hat schon seine Ferien
Fe
im Paradiesli genossen, während
die Jungmannschaft von Sylvia
Blattner erfahren lernte, was es
heisst, ein Teil der Natur zu sein.

Hirsche und Fackeltouren
«Kinder und Tiere sind hier Könige
», lautet Sylvia Blattners Motto.
Damit es den kleinen Feriengästen
an nichts mangelt, hat sie ein um-
fangreiches Angebot zusammen-
gestellt: So können des Nachbars
Maultiere, Esel, Schafe und Dam-
hirsche kennen gelernt und gestrei-
F
chelt werden. Wandern, Pferdetrek-
king oder die Landwirtschaft in
den Bergen kennenlernen stehen
im Sommer auf dem Programm,
Iglubauen, Fackeltouren, Spiel-

abende und Schlittschuhlaufen auf
der Natureisbahn im Winter. «Und
plötzlich macht den Kindern auch
das Skifahren ohne Lift Spass»,
weiss die Allrounderin.

«Schöne Erinnerungen»
Auf das «Paradiesli» aufmerksam
ist sie dank ihren spanischen
Zuchtpferden geworden: Sie such-
te einen Ort, wo sie die wertvollen
Tiere selber betreuen kann und ist
vor einem Jahr auf das Anwesen in
Versam-Arezen gestossen. Ihr Ver-
mieter hat soeben ein Reitviereck
realisiert – jetzt ist das Pferdepara-
dies perfekt.

Mittlerweile sind sie, ihr Junge
und die Tiere fester Bestandteil im
26 Haushalte kleinen Dorf. «Es ist
schon speziell», zieht die 40-Jährige
Bilanz. Wenn für Attila Ende
August die Schule beginnt, habe er
mehrmals täglich einen halbstün-
digen Weg zu Fuss zurückzulegen.
Dafür wird der Bub durch die vie-
len Kontakte mit Ferienkindern
entschädigt.
Sylvia Blattner fasziniert die Ar-
beit mit den Sprösslingen, weil sie
instinktiv, neugierig und begeiste-
rungsfähig sind. «Ich gebe ihnen
etwas mit, woran sie sich in
schlechten Lebenszeiten erinnern
können», freut sie sich. Sie möchte
ihre Feriengäste mit Natur und
Tieren in Einklang bringen. «Sie
sollen Werte aus dem naturnahen
Leben kennen und schätzen lernen.
Das bringt innere Ruhe und Zufrie-
denheit »

www.naturparadiesli.ch


Sylvia Blattner mit Sohn Attila (2. von links) und ihrem Schweizer Warmblut: «Kinder und Tiere faszinieren
mich».
lattner mit SohnAttila (2. von links) und ihrem Schweizer Warmblut: «Kinder und Tieree (Bilder md)

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