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Mittwoch, 18. Juli 2012 bündner woche 15

Das Glück dieser Erde …

… liegt auf dem Rücken der Pferde. Manchmal auch im Paradiesli,
denn so heisst der pferdige Hotspot in Arezen eingangs Safiental.
Immer zur Ferienzeit finden hier Lager für Mädchen statt, die
naturnahe, aktive Tage um und mit Ponys und Pferden verbringen
möchten.

 

 

Von Susi Schildknecht

Leo ist der Liebling fast aller Mädchen im Naturparadiesli-Pferdelager von Sylvia Blattner
(2. v. l.) und ihrer Praktikantin Lara Buchli (2. v. r.).

     

Zu Elenas Leidwesen ist sie «nur» Mamas Begleiterin auf dem halbtägigen Reportage-Ausflug für die «Bündner Woche». Viel lieber wäre sie eines dieser oberglücklichen sechs Mädchen, die hier offiziell eine Woche lang im pferdigen Mädchenlager verbringen dürfen. Wer in Versam-Arezen auf 1100 m ü. M. nach einem klassischen Reiterhof Ausschau hält, wird nicht fündig. Denn als die ausgebildete Reit- und Pferdetrainerin Sylvia Blattner vor sieben Jahren hierher zog, mietete sie von Markus Joos dessen Elternhaus, einen weiter unten gelegenen Stall und die ziemlich einzig ebene Fläche. Dort wurde ein professioneller Paddock angelegt; für den Holzschnitzelbelag fällte der Bauer ein paar Bäume im eigenen Wald. Eine Reithalle gibt es nicht. Wie wir im Stall eintreffen, sind die mit bunten Regenkleidern bewehrten Mädchen mit Ausmisten beschäftigt. Unkompliziertdrückt Sylvia Blattner der «Neuen» einen riesigen Reisigbesen in die Hand und schickt sie zum Platzwischen.

Dann kontrolliert Sylvia die fertig geputzte Box und fragt in die Runde: «Was stimmthier noch nicht?»

 

Alle Pferdeäpfel sind weg, das Stroh ist frisch, die Wassertränke kontrolliert. Da jauchzt ein Mädchen: «Der Rechen muss raus!» Richtig, denn Pferde müssen vor Verletzungen im Stall geschützt werden.

Geputzt und gestriegelt
Striegel und Bürsten sind ausgeteilt, und die Mädchen dürfen sich zu zweit und unter Anweisung ans Rossputzen machen. Am liebsten würden alle dem kleinen Liebling Leo ans Fell rücken.
Die 15-jährige Lara aus Versam unterstützt als fortgeschrittene Reitschülerin und Praktikantin das Lager. Sie hilft, die Putzaktion zu kontrollieren. Dann demonstriert Sylvia, wie ein Pferd gesattelt und gezäumt wird. Dazu hält ihr 22-jähriger Warmblüter Quen geduldig seinen Kopf hin.

 

Es ist offensichtlich, dass er schon viele lautstark begeisterte Mädchen erlebt hat.

Die Krönung dieses Vormittags ist der Ausflug zum Reitviereck. Führen, aufsitzen, Zügel richtig festhalten, Gleichgewicht kontrollieren – alles will gelernt sein. Fröhliche Ausrufe wie «Uii, isch das waggelig!» begleiten dieses allererste Mal auf dem Pferderücken. Ebenfalls Originalton ist dieser Kommentar zu Molly: «Sie ist ja schon super herzig, aber sie will einfach nicht.» Noch stehen den Mädchen fünf weitere gemeinsame Tage bevor, sie werden viel über Pferde, ihre Haltung, Sicherheit und die Natur im Safiental erfahren und natürlich auch einige Reitpraxis erwerben.

Bilder Susi Schildknecht

Wenns nach Pferden riecht, ist jede Arbeit ein Vergnügen.
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