} Naturparadiesli

Aus der neuen Heimat

Balaton mein Eigen zu nennen, das ist das grösste Glück, das mir passieren konnte. Unsere Geschichte fängt an dem Tag an, als Balaton zum ersten Mal das Licht der Welt erblickte.

Es war ein Mittwoch, der 9. April 2003. Nachmittags nach der Schule gingen ich und meine Schwester wie immer zu Sylvia in den Stall. Ein Foto war an den Stall geheftet von einem rabenschwarzen Fohlen und der Name Balaton zierte das Foto. Balaton lag im Stroh und seine stolze Mutter Azteca stellte sich hinter ihn, damit wir ihn sehen konnten. Damals hätte ich  mir nie zu träumen gewagt, dass dieses süsse Fohlen mich Jahre später durch die Welt tragen würde.

Da ich Azteca damals ritt, kam ich auch sofort mit Balaton in Kontakt. Er war jedoch sehr schüchtern. Wenn ich Azteca putzte, marschierte er immer auf die andere Seite als ich war, damit er möglichem Ärger aus dem Weg gehen konnte.

Balaton war damals eineinhalb Jahre alt, als ich mich dazu entschloss, ihn zu kaufen und ich wusste nicht, was mal aus ihm werden würde und wie er sich benahm.

Doch es zeigte sich schnell, dass Balaton einen super und ehrlichen Charakter hatte. Auch wenn er immer der Vorsichtige war und sein Leben nicht unnötig irgendwelchen Gefahren aussetzen wollte, war er stets brav und sehr folgsam. Als ich das erste Mal mit ihm spazieren ging, war ein Begleitpferd mit dabei und Balaton marschierte neben mir her, als ob er das schon immer so machen würde. Doch auf dem Heimweg kam doch die Übermut eines gesunden Fohlens zum Vorschein und seine Beine kamen unkontrolliert nahe zu mir. Da er ein sehr sensibles Wesen hat, brauchte es meistens nur ein strenges Wort und er wurde wieder zum schüchternen Kerlchen. Er sieht mich noch heute immer so an, als ob er sagen würde, kommt nicht wieder vor, sei bitte nicht böse auf mich :-). Naja da hat ers gut, ich kann ihm nie lange böse sein und er gibt mir zum Glück auch nie Grund dazu :-).

So arbeitete ich mit ihm jeden Tag, machte lange Spaziergänge, in der Gruppe oder alleine, fing an ihn ein bisschen zu longieren und viel Bodenarbeit. Die Sommer über durfte er auf einer Hengstweide mit Seineslgeichen geniessen und sich von den „Strapazen“ erholen :-).

Als er drei Jahre alt wurde begann der Ernst des Lebens. Auf einmal sass da Jemand auf seinem Rücken und verlangte von ihm Gehorsamkeitsübungen, welche er ohne Widerrede zu meistern versuchte. Balaton war immer unkompliziert, sehr arbeitsfreudig und lernte wahnsinnig schnell. Schon bald ritten wir auch erste Spring- und Dressurturniere, jedoch ohne Erfolg (tja ich lerne ja auch noch :-)). Balaton jedoch hatte stets Freude daran und hat es immer noch. Da er aber sehr vorsichtig ist und ich manchmal auch das Gefühl habe, er zweifelt an seinen Fähigkeiten :-D, verspannt er sich auf Turnierplätzen gerne. Die Dressurprüfungen werden dann dementsprechend bewertet. Aber Übung macht den Meister, auch wenn er nur für mich ein Meister ist :-).

Die Springturniere zerren nicht so sehr an seinen Nerven, da konzentriert er sich auf die Sprünge und vergisst seine gefährliche Umgebung, welche ihm das Leben so gerne schwer macht. Da konnten wir schon einige Prüfungen ohne Fehler reiten, aber zu langsam gegen die harte Konkurrenz. Man muss Prioritäten setzen und Balaton und mir ist es wichtiger, keine Fehler zu machen und deshalb auf Kosten der Zeit gross zu reiten. Ich bin froh, dass er eine super gute Springmanier hat und seine Technik und schnellen Beine so manchen Reiterfehler auszubügeln vermögen :-). Spanier sind nicht die typischen Springpferde, aber Balaton scheint sehr talentiert zu sein :-).

Auch Patroullienritte und Gymkhanas haben wir schon etliche hinter uns. Doch für Balaton mit seinem Gemüt eher nicht so seine Stärke, da er gerne aus einer Mücke einen Elefanten macht. Er ist immer brav, da kann ich überhaupt nichts sagen. Er gibt sich wahnsinnig viel Mühe, aber er hat seine Grenzen und findet es unnütz, sich in Situationen zu begeben, die für ihn brenzlig werden könnten :-). Dann doch lieber über Hindernisse hüpfen.

Balaton macht jeden Tag unendlich viel Freude!! Er ist sehr sensibel und deshalb fein zum Reiten, würde dem Menschen niemals was Böses tun und die Leute amüsieren sich immer wieder köstlich ab seinem Verhalten, weil er einfach so ist wie er ist :-) … Jeden Tag sich mit so einem Pferd beschäftigen zu dürfen, sich durch die Welt tragen lassen von seinen weichen Gängen oder auf dem Reitplatz mit einem topmotivierten Tier zu arbeiten, das macht so viel Spass und ist genau das Richtige, um dem Alltagsstress zu entfliehen…

Ich bin Sylvia unendlich dankbar, dass sie mir dieses einzigartige Pferd damals anvertraut hatte und er mich glücklicher macht, als ich es mir vorstellen konnte!!! Jeden Tag erobert Balaton mein Herz aufs Neue und zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht, wenn er mich ansieht. Für mich ist Balaton das Beste, was mir passieren konnte und um nichts in der Welt würde ich ihn eintauschen!!! Der beste Dressurcrack ist nur halb so viel wert für mich, weil Balaton es immer wieder schafft mich zu verzaubern und zu überraschen. Und das nach bald zehnjährigem Zusammensein. Ich wünsche jedem Pferdebesitzer dieses Glück, welches ich Dank Sylvia mit Balaton geschenkt bekommen habe.

Ich bin gespannt, was die Zukunft noch bringen wird. Balaton ist nun 11 Jahre alt und ich bin mir sicher, dass wir noch ganz viele weitere wunderschöne gemeinsame Jahre erleben dürfen!!! Danke an Sylvia für dieses einzigartige und prächtige Tier :-)!!!

Michi, 23.01.14

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